Schilleroper in der Amselstraße

Im Zweiten Weltkrieg zerstört eine Brandbombe das Bühnenhaus und einen Teil des Dachs der Schilleroper. Die deutsche Wehrmacht nutzte sie, um vor dem Aufbruch zur Front ihre Fahrzeuge in Schuss zu bringen. 1944 wird aus der ehemaligen Aufführungshalle ein Kriegsgefangenenlager. 645 italienische Militärinternierte und 45 sowjetische Bürger waren im Lager einkaserniert. Fast 500 kamen zwischen dem 7. November und 3. November 1944 aus dem Stalag Sandbostel. Weitere kamen aus dem Lager in der Andreas-Meyer-Straße (29), Borsteler Chaussee (45), Alter Wandrahm 14 (45), der Bramfelder Straße 153, Dessauer Ufer, Rübenkamp und dem Billhorner Röhrendamm 32. Zwischen Mai und Juni 1945 fuhren die noch fast 500 im Lager befindlichen italienischen Militärinternierten nach Italien zurück.

Die Italiener seien in den Lagern meist noch schlechter behandelt worden, schreibt die Historikerin Anke Rees, als andere Kriegsgefangene, weil sie in den Augen der Deutschen Verräter waren.

Letzte erhaltene Zirkusgebäude in Hamburg

Seit Jahren gibt es eine Auseinandersetzung um das unter Denkmalschutz stehende Gebäude. Die jetzige Eigentümerin kommt den Auflagen zur Instandhaltung nicht nach.

Der Rundbau ist das letzte erhaltene Zirkusgebäude seiner Art aus dem 19. Jahrhundert in Deutschland und – nach aktuellem Forschungsstand – auch in Europa. 1891 wurde es komplett in Stahlskelettbauweise als festes Haus für den „Circus Busch“ errichtet. Danach wurde es zum „Schiller-Theater“ und schließlich zur „Schiller-Oper“. Die letzte Aufführung in der imposanten Halle fand am11. September 1939 statt. Später wurde das Gebäude unter anderem als Kriegsgefangenenlager, Unterkunft für Asylsuchende und Autowerkstatt zweckentfremdet. Seit 2007 wird es nicht mehr genutzt. Seit 2012 steht es unter Denkmalschutzt.

2014 verkaufte die Erbengemeinschaft den Bau an eine bayrische Firma. Deren Geschäftsführer Reinhold Dierckes gab an, bis zu 18 Millionen Euro in den Umbau des Gebäudes zu stecken, um darin Studentenwohnungen zu vermieten. Doch nur ein Jahr später verkaufte Dierckes das Haus weiter an den Hamburger Immobilienkaufmann Walter Kießling. Er verkaufte an eine private Eigentümerin, die unbedingt anonym bleiben möchte. Sie lässt das Gebäude bewusst verrotten. Vermutet wird, dass sie es irgendwann abreißen lassen und hier lukrative Neubauten errichten will.

Konzept zur Nutzung der Schilleroper

Mehrere Initiativen setzen sich für den Erhalt ein und haben ein eigenes Konzept vorgelegt:

Wir möchten Areal Schilleroper wieder zu einem belebten und bunten Ort zu machen. Als Anziehungspunkt für viele verschiedene Menschen soll hier – im Einklang mit der Stadtteilentwicklung – sozialverträgliches Wohnen mit neuen Arbeitsräumen verknüpft werden.

„Die Grundidee ist klar: anspruchsvolle Architektur und bezahlbare Mieten für eine kulturell vielseitige Lebenswelt. Für uns steht immer die Sozialverträglichkeit im Vordergrund, weniger die Erhaltung eines Stahlgerüsts um jeden Preis.“

Ein Kommentar Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s