Andreas-Meyer-Straße 11, Diago-Werke

Heute erinnert vor der Andreas-Meyer-Straße 11 eine Tafel an das ehemalige Außenlager des KZ Neuengamme, in dem 500 jüdische Frauen seit dem 8. Februar 1945 festgehalten und zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Zu den Unternehmen, in denen sie eingesetzt wurden gehörten auch die Diago-Werke W. Möller, in der Andreas-Meyer-Straße 11. Die Frauen wurden in den Diago Werken und in der Zementfabrik Tiefstack zur Herstellung von Betonplatten für Behelfsunterkünfte eingesetzt. Darüber hinaus mussten sie für das Bauunternehmen Möller Trümmerschutt in den südlichen Stadtteilen der Stadt Hamburg und in Buxtehude räumen.

Nach jüngsten Recherchen waren 119 italienische Militärinternierte in dem Unternehmen beschäftigt. Insgesamt waren bei den Diago-Werken zum 1. April 1945 73 „Arier“ und 230 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter beschäftigt.

Die IMIs kamen im November 1944 aus Zwangsarbeitslagern in Harburg wie dem Schützenpark oder lebten in den Baracken von Aug. Prien im Dampfschifffahrtsweg 3. Sie lebten aber auch auf auf dem Firmengelände in der Andreas-Meyer-Straße.

Unter den IMIs in den Diago-Werken gab es auch mehrer Opfer, u.a. Mario Pandolfi und Guiseppe Cesana.

Das Unternehmen war 1935 von Christian Holst gegründet worden und hatte seinen Sitz bis 1937 im Mühlendamm 44. Hintergrund waren aber fehlende Mittel zum Bau des Standorts an der Andreas-Meyer-Straße 11. Seit 1938 war der Produktionsstandort aber dort. Holst hatte eine Patent auf eine diagonale Zusammensetzung – Diago – von Spannholzplatten. 1939 wurde ein Konkursverfahren eröffnet, in dessen Ergebnis Willy Möller erst das Grundstück, später das Unternehmen übernahm. Christian Holst wurde am Unternehmen Diago-Werke Willy Möller & Co. KG beteiligt und war technischer Leiter. Möller produzierte Sperrholzplatten und zerlegbare Baracken. Zu den Kunden gehörte damals die Marine, die über Diago das Holz bestellte z.B. in Lorient in der besetzten Bretagne. Gerd Buccerius wurde 1943 stellvertretender Betriebsleiter und wurde so nicht zum Wehrdienst einberufen, da er eine so genannte „UK“ (für unabkömmlich) bekam.

1941 kam es zu einem Zerwürfnis der beiden. Möller beantragte ein Strafverfahren, mit dem der Rechtsanwalt Gerd Buccerius beauftragt wurde.

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