IMIs im GHB

Zum Zeitpunkt der Verschleppung der italienische Militärinternierten nach Hamburg ab September 1943 waren in den ersten vier Wellen bis zum 30. November 1943 von den 9.500 italienischen Militärinternierten 5.100 IMIs in den Lagerhäusern am Dessauer Ufer untergebracht. Reemtsma war mit seinen Tabaklager in den drei Gebäuden ausgezogen oder noch in der Zeit der Unterbringung dabei, seine Tabaklager zu dezentralisieren.

IMIs im Lagerhaus G

Der GHBG gab per 1. September 1944 gegenüber dem Arbeitsamt Hamburg an , dass er 498 italienische Militärinternierte beschäftigt hätte, die im Lagerhaus G leben mussten. In Einzelfällen kann man nachweisen, dass sie bereits vor dem Schreiben an das Arbeitsamt im Auftrag des GHB in Hafenbetrieben eingesetzt wurden, so dass man davon ausgehen kann, dass sie schon länger im Lagerhaus G untergebracht waren. Die Erzählungen der jüdischen KZ-Häftlingen ab Juni 944 sprechen z.B. von der Begrüßung durch italienische Zwangsarbeiter.

Um zu sagen, wo die IMIs des GHB gearbeitet haben, müssten man die Arbeitskommandos kennen. Diese liegen noch nicht alle IMIs vor und insbesondere nicht die für den GHB. Es gibt Belege, dass sie u.a. im Rahmen des Kohle- und Kartoffelshandels eingesetzt wurde. Da viele Kaischuppen von der Wehrmacht genutzt wurden, kann man vermuten, dass sie auch hier zum Einsatz kamen.

Eine Übersicht über den Einsatz von GHB-Arbeiter im Bereich des Stückgut-Umschlages aus 1942, wo es noch keine IMIs gab, aber in hohem Umfang Zwangsarbeiter, lässt die Nachfrage-Bereiche aber vermuten:

1.4.1942
feste Arbeiter
täglich vom GHBG
eingesetzt
HHLA/Kai758310
Hamburg-Amerika Linie975
Hamburg-Südamerika D. Ges.2319
Deutsche Afrika Linien6693
Lager- und Sped. Ges. mbH14372

IMI im Lagerhaus F

Im Lagerhaus F waren über den gesamten Zeitraum von September 1943 bis Mai 1945 insgesamt über 1.800 italienische Militärinternierte. Viele von ihnen wurden im Laufe der Zeit auf andere Zwangsarbeitslager verteilt worden, so z.B. in die Schützenpforte 11 oder die Bahrenfelder Straße 153, die Schule Schanzenstraße 105, Falkenbergsweg, die Schule Erikastraße, Hovestraße 72 und andere. Aus den Unterlagen ergibt sich, dass aber auch viele IMIs im Lagerhaus F für den GHB gearbeitet haben. Einzelüberprüfungen ergeben, dass sie nicht in der Auflistung des GHB zum September 1944 aufgeführt sind, so dass man vermuten kann, dass noch mehr IMIs als diese 498 beim GHB waren

Im Lagerhaus H waren am Juni 1944 mehr als 800 sowjetischen Zwangsarbeiter. Ob sie auch vom GHB eingesetzt wurden, kann man zurzeit auch nicht sagen.

Alter Wandrahm, Block S

Im Januar 1945 wurden 165 italienische Militärinternierte vom Lagerhaus G in den V. Stock am Alten Wandrahm 13/14 (Block S) in den V. Stock verlegt. Hier steht auf der Hausmeldekartei, dass es sich um Zwangsarbeiter für den GHB handelte. Einige der IMIs kamen einige Tage später vermutlich aus dem Arbeitserziehungslager „Langer Morgen“ dazu. Sie waren vorher im Lagerhaus G am Dessauer Ufer untergebracht, wie Recherchen im Einzelfall zeigen. Einige weniger der IMi aus dem Lager im Alten Wandrahm wurden später in die Schilleroper oder nach Blankenese, ins dortige DAF Zwangsarbeitslager im Gasthaus Kröger, verlegt. Hier hat dann es keinen Bezug mehr zum GHB gegeben.

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