Schule Böhmkenstraße 5-6

Die Nazi nutzen ab Oktober 1943 vor allem Schulen, da sie öffentliches Eigentum waren, um hier die ersten italienischen Militärinternierten unterzubringen. Später wurden viele Unterkünfte wieder für andere Zwecke genützt und die IMI auf andere Zwangsarbeitslager verteilt, die auch näher zu den vermeintlichen Arbeitsorten lagen. Vor allem aber war ein Großteil der Organisation des Zwangsarbeitereinsatzes ab 1942/43 in die Hände der so genannten „Industrieblöcke“ gegeben. Ihnen wurde u.a. das Arbeitsamts in den jeweilen Regionen zugewiesen. Industrieblöcke, dass waren die Vertreter der Unternehmen aus dem Gebiet.

Die Volksschule Böhmkenstraße 5-6 wurde ab 1873 in Hamburg-Neustadt gebaut. Sie aber kein Zwangsarbeitslager zum Zeitpunkt der Ankunft der ersten italienischen Militärinternierte 1943 in Hamburg. Die Verlegung der IMIs in die Schule erfolgte im Januar 1945.

Das hintere Schulgebäude war komplett ausgebrannt, das „Vorderhaus hat nur mittlere Beschädigungen erlitten“, wird in einer Aktennotiz vom 21. November 1944 geschrieben. Vom Zwischengeschoss bis zum 3. Stockwerk war die meisten Räume noch benutztbar gewesen.

Zurzeit ist nicht bekannt, aus welchem Lager sie kommen und wie viele in der Schule lebten. Aus den vorliegenden Unterlagen ergibt sich, dass sie in den 2. und 3. Stock gelebt haben müssten. Im Zwischengeschoss wurde die dortige Turnhalle von Firma Hans. Fr. R. Petersen genutzt. Dieser sprach in einem üblen Brief an die Schulverwaltung zu den IMIs, dass die IMIs in den Stockwerken oberhalb derTurnhalle lebten. So beschwerte er sich darüber, dass die Italiener „regelmäßig das Fenster oder die aufgebrochene Tür (benutzte), um Wasser aus der Turnhalle zu entnehmen.“

Es müssen für sie aber furchtbare Bedingungen geherrscht haben und sie mussten um ihre nackte Existenz kämpften. Der in dem Gebäude noch lebende Hausmeister beschwerte such über die Zustände in der Gebäude über „die unglaubliche Verschmutzung der Gebäude durch die dort untergebrachte Italiener.“ „Da durch zeitweisen Wassermangel die Aborte unbenutzbar waren, sickerte alles durch die Decken. Die Flure, Treppen und der Hof wurden von den Italienern besonders nachts zum Austreten genutzt.

Einer der italienische Militärinternierte, der in der Schule in der Böhmkenstraße 5-6 leben musste, war Guiseppe Rinoldi, der am 3. Februar 1918 in Saranna Vazeza geboren wurde. Er war hier seit dem 10. März 1945. Über seinen Status lässt sich heute nichts mehr sagen. Er kam im März 1945 nach Hamburg.

Die Schule in den Böhmkenstraße 5-6 wurde nach 1945 nicht wieder aufgebaut, aber erst einmal im März 1946 wieder der Schulbehörde übergeben. Heute ist hier ein reines Wohngebiet.

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