Schule Lerchenfeld 10

Für die tausenden nach Hamburg verschleppten italienischen Militärinternierten (IMI) ab Oktober 1943 mussten durch das Amt für kriegswichtigen Einsatz auf die schnelle Unterkünfte geschaffen werden. Hamburgs NSDAP Gauleiter hatte den Unternehmen 25.000 IMis Anfang September 1943 versprochen. Das Programm zur Freimachung von Schulen wurde dazu genutzt, um seit Oktober 1943 in der Schule Lerchenfeld 500 Barackenplätze in den dortigen Räumen zu bauen.

Quelle: Staatsarchiv Hamburg, die genaue Bezeichnung wird nachgetragen

In der monatlichen Übersicht des für den Lagerbau Verantwortlichen Amts für kriegswichtigen Einsatz (AkE) in der Hamburger Baubehörde von 30. November 1943 werden diese Plätze erstmals aufgeführt.

Quelle: Staatsarchiv Hamburg, die genaue Bezeichnung wird nachgetragen

Die Schule bzw. die Turnhalle waren im Juli 1943 durch die Alliierten Bombardements stark betroffen und die Schule als Totalschaden gelistet. Aus Unterkunfts-Zuweisungen aus 1944 für Unternehmen ergibt sich aber, dass es sehr wohl noch benutzbare Räume in der Schule gab.

Am 16. November 1943 erfolgt die Mitteilung, dass in die Schule Lerchenfeld 500 IMIs als Kriegsgefangenen untergebracht werden.

Quelle: Staatsarchiv Hamburg, die genaue Bezeichnung wird nachgetragen

Am 1. Dezember 1943 wird noch die Zuweisung von Luftschutz-Unterkünften für 500 IMIs bestätigt.

Quelle: Staatsarchiv Hamburg, die genaue Bezeichnung wird nachgetragen

Aus den Unterlagen ergibt sich, bereits seit Oktober 1942 in den Räumen der Schule ein Kriegsgefangenenlager bestand. Friederike Littmann schreibt von einem Lager des Kriegsgefangenen-Dachdecker-Bataillons X mit 200 nachgewiesenen Gefangenen.

Quelle: Staatsarchiv Hamburg, die genaue Bezeichnung wird nachgetragen

Das Zwangsarbeitslager in der Schule Lerchenfeld bliebt als Unterkunftsort für Hamburg bis zum 31. März 1946.

Quelle: Staatsarchiv Hamburg, die genaue Bezeichnung wird nachgetragen

Bedauerlich ist, dass sich die Schulbehörde Hamburg als Ganzes nicht dem Thema See Zwangsarbeitslager in ihren damaligen Einrichtungen stellt. Für die Angehörigen z.B. in Italien wäre dies eine respektvolle Maßnahmen, hier zu recherchieren und es zu dokumentieren.

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