Neues Zwangsarbeitslager bei den Wasserwerken auf Kaltehofe entdeckt

Jüngste Recherchen haben ergeben, dass die Hamburger Wasserwerke in der NS-Zeit auch ein Barackenlager für italienische Militärinterniertenauf auf der Elbinsel Kaltehofe hatte. Die Auswertung der Hausmeldekartei hat ergeben, dass hier insgesamt 64 IMI lebten.

Bekannt war bisher, dass sie in der Schule Sorbenstraße, der Schützenpforte 11, dem Dessauer Ufer, der Schilleroper und der Süderstraße 112 lebten mussten.

Die Auswertung der Schreiben des Unternehmens an das Hamburger Arbeitsamt anlässlich Beendigung der Überwachung durch die Wehrmacht aus dem Herbst 1944 hatte zum Ergebnis geführt, dass wenigsten 221 IMI für die HWW arbeiten mussten.

Heute erinnert Hamburg Wasser seit längerem mit einem Mahnmal auf der Elbinsel Kaltehofe an den Einsatz dieser Zwangsarbeiter und informiert immer wieder anlassbezogen an die im damaligen Unternehmen eingesetzten italienischen Militärinternierten.

David Templin hat ein Buch zur Geschichte des Unternehmens in der NS-Zeit und dem Einsatz von Zwangsarbeitern veröffentlicht: „Wasser für die Volksgemeinschaft“.

Es widmet sich unter anderem der Phase der Nazifizierung des Unternehmens, der Symbol- und Personalpolitik bei den Hamburger Wasserwerken sowie dem Einsatz von Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg. Eine wesentliche Erkenntnis aus der Studie ist, dass beide Institutionen – Hamburger Wasserwerke und die damals noch der Baubehörde zugeordnete Stadtentwässerung – Zwangsarbeiter eingesetzt haben. So beschäftigten allein die Hamburger Wasserwerke GmbH im Verlauf des Zweiten Weltkrieges schätzungsweise 200 bis 300 zivile Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene sowie ein Arbeitskommando von bis zu 200 KZ-Häftlingen – insgesamt also rund 500 Zwangsarbeiter.

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