Kampstraße 55, Sozial-Gewerk des Handwerks

Das „Sozial-Gewerk des Handwerks“ war ein Zusammenschluss der Hamburger Handwerker, den die Nazis 1941 initiierten. Vordergründig wollte man damit „gutes“ tun, in dem man Kantinen u.a. mehr gemeinschaftlich anbot. „Sozialwerk“ war die Nazi-Ideologie, dass alle nur „Arier“ sind und die Beziehungen im Arbeitsalltag unter einer völkischen Ausrichtung einer neuer Gemeinschafts führe. Die Aufgabe des „Sozial-Gewerks“…

Andreas-Meyer-Straße 11, Diago-Werke

Heute erinnert vor der Andreas-Meyer-Straße 11 eine Tafel an das ehemalige Außenlager des KZ Neuengamme, in dem 500 jüdische Frauen seit dem 8. Februar 1945 festgehalten und zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Zu den Unternehmen, in denen sie eingesetzt wurden gehörten auch die Diago-Werke W. Möller, in der Andreas-Meyer-Straße 11. Die Frauen wurden in den Diago…

Kesslersweg, Haus Neuerburg, Reemtsma

Seit Januar 1940 waren im ehemaligen Sportheim auf dem Gelände von Reemtsma beim Haus Neuerburg in Hamburg-Wandsbek italienische Militärinternierte eingewiesen worden. Bisher sind 65 Namen bekannt. Aus einem Schreiben von Reemtsma an die Gemeindeverwaltung Hamburg geht hervor, dass sie für die Nutzung pro Kalenderjahr von 6.200 Reichsmark haben wollten. Das klingt für heutige Verhältnisse gering,…

Hohe Bleichen 28, Oelwerke Julius Schindler

Die Oelwerke Julius Schindler setzen in ihrer Produktion in Wilhelmsburg ab 1943 auch italienische Militärinternierte bis 1945 ein. Aus einem Schreiben aus den 1940er Jahren geht hervor, dass es insgesamt 43 IMIs gewesen sein sollten. Das Unternehmen aus der Mineralölwirtschaft setzte seit dem Beginn des 2. Weltkriegs Zwangsarbeiter/innen aus verschiedenen Ländern ein. Dazu gehörten auch…

Trabrennbahn Farmsen

An das Zwangsarbeitslager für italienische Militärinternierte auf der Trabrennbahn Farmsen erinnert nichts mehr. Das Gelände am heutigen Friedrich-Ebert-Damm heißt jetzt „Der Wohnpark im Grünen“. Auf Wikipedia kann man lesen, das die die Rennbahn „als Sammelstelle für diejenigen Teile der Hamburger Bevölkerung, die bei den schweren Luftangriffen auf Hamburg obdachlos wurden.“ Am 6. August 1911 wurde…

Mathildenstraße 14, Beiersdorf

Im Hamburg Eimsbüttel befindet sich immer noch der Unternehmenssitz des heutigen Markenunternehmens Beierdorf. In der NS-Zeit war es auch vom Antisemitismus des Regimes betroffen. Jüdische Vorstände verließen das Unternehmen oder flüchten in andere Länder, um dortige Niederlassungen zeitweilig zu leiten. Der spätere Vorstandsvorsitzende (1957 bis 1979) und später Aufsichtsratsvorsitzende (1979 bis 1987), Georg W. Claussen,…

Schilleroper in der Amselstraße

Im Zweiten Weltkrieg zerstört eine Brandbombe das Bühnenhaus und einen Teil des Dachs der Schilleroper. Die deutsche Wehrmacht nutzte sie, um vor dem Aufbruch zur Front ihre Fahrzeuge in Schuss zu bringen. 1944 wird aus der ehemaligen Aufführungshalle ein Kriegsgefangenenlager. 645 italienische Militärinternierte und 45 sowjetische Bürger waren im Lager einkaserniert. Fast 500 kamen zwischen…

Moorweidenstraße 36

Die Moorweidenstraße 36 war ab September 1942 ein Zwangsarbeitslager. Hier waren auch dienstverpflichtete französische Zivilarbeiter einquartiert. Ab 1944 war hier italienische Militärinternierte, u.a. aus den verschiedenen Lager wie dem der Schützenpforte 11, dem Dessauer Ufer, Lagerhaus F oder der Schilleroper. Aus der Schützenpforte kamen 33 italienische Soldaten, aus dem Lagerhaus F am Dessauer Ufer waren…

Sprunggarten/Stadtpark

Im Oktober 1944 wurde in der Reitsportanlage „Sprunggarten“ des Stadtparks ein Lager für Zwangsarbeiter aus Italien, der Sowjetunion, und Frankreich errichtet, die in der Kriegswirtschaft arbeiten mussten. Es war nordöstlich vom Planschbecken. Es war ein DAF-Lager für Zwangsarbeiter mit vier Baracken im nördlichen Teil des Stadtparks. Belegt war es mit 220 Zwangsarbeiter, davon 191 italienische…

Kieler Straße 34/36

Hier war ein Baracken-Lager für rund 400 Personen, dass umzäunt war. Aus Unterlagen ergibt sich, das es sich um ein so genanntes „DAF-Lager“ handelt. Aus den Hausmeldekarteien der Schützenpforte 11 sind 34 und aus der Schilleroper sind bisher 121 Namen italienischer Militärinternierter bekannt. Die Zwangsarbeiter wurden u.a. für folgende Unternehmen gezwungen, zu arbeiten. Lerscheidt &…

Alter Wandrahm, Block S und Block W in der Speicherstadt

Der Wandrahm ist eine Insel im Hamburger Stadtgebiet und gehört heute zum Stadtteil HafenCity. Auf dieser Insel befindet sich die zwischen 1890 und 1927 erbaute sich Hamburger Speicherstadt. In der NS-Zeit wurden hier jüdische Unternehmen gezwungen, ihre Eigentum zu verkaufen. An den Raubkäufen waren Hamburger Unternehmen und staatlichen Einrichtungen beteiligt.  An vielen Orten in der…

Bramfelder Straße 153

Hierbei handelt es sich um ein Barackenlager für 400 Personen. Aus den Zwangsarbeitslager im Heinrich-Bauer-Haus wurden insgesamt 24 italienische Militärinternierte verlagert. Aus dem Lagerhaus F am Dessauer Ufer kamen 257 italienische Soldaten. Auch auf diesen Karteien steht „Bahrenfelder Straße 153.“ Mehr Hintergründe gibt es im Moment nicht.

Schule Erikastraße, Schule Angerstraße, Schule Forsmannstraße, Schule Binderstraße …

Die italienischen Militärinternierten sollen in über 200 Zwangsarbeitslager untergebracht wesen sein bzw. auf sie verteilt worden sein. Dazu kamen noch italienische Zivilarabeiter, die seit 1939 frewillig zur Arbeit nach Deutschland gekommen sind. Sie lebten in unbewachten Lagern und waren nicht, wie die italienischen Soldaten, von der deutschen Wehrmacht 1939 festgenommen, da sie sich weigerten, an…

Cosimo Giunta aus dem Zwangsarbeitslager am Falkenbergsweg

Von den über 15.000 italienischen Militärinternierten sind rund 1.400 in Hamburg verstorben, orientiert man sich an den italienischen Gräbern, die in der NS-Zeit seit 1943 auf verschiedenen Friedhöfen beerdigt wurden. Insgesamt sind es 1.700, aber 300 betreffen davon Oper aus dem Kriegsgefangenen Stammlager Sandbostel, die auf Hamburger Friedhöfen erfasst wurden. Die italienischen Militärinternierten wurden von…

Sergio De Simone , ermordet in der Schule am Bullenhuser Damm

Edoardo De Simon aus Neapel wurde als italienischer Soldat von der deutschen Wehrmacht 1943 gefangen genommen und nach Dortmund verschleppt. Er war mit Gisellla Perlow verheiratet, sie war Jüdin. Sie hatten eine Sohn, Sergio, der am 29. November 1937 geboren war. Auf Grund der Lage in Neapel 1943 zogen Gisella und ihr Sohn Sergio zu…

Die Rückkehr nach Italien im Juni 1945

„Der Rathausmarkt, bis vor drei Tagen Adolf-Hitler-Platz genannt, war voller befreiter Zwangsarbeiter mit ihren Nationalfahnen. Da standen große Gruppen von Hölländern, Jugoslawen, Franzosen, Polen, Norwegern und die anderen, die alle sofort nach Hause wollten,“ schrieb Hellmut Kalbitzer über diesen Tag auf dem Hamburger Rathausmarkt. Die Hamburger Behörden hatten am 4. Mai 1934  gegenüber Vertretern der…

Mahnmal auf dem Öjendorfer Friedhof

An die Opfer der italienischen Militärinternierter erinnert heute in Hamburg ein Mahnmal. Die Italienische Kriegsgräberstätte Hamburg-Öjendorf (italienisch Amburgo (Öjendorf) – Cimitero militare italiano d’onore) befindet sich auf dem Friedhof Öjendorf. Hier ruhen die sterblichen Überreste von 5.839 italienischen Staatsangehörigen. Sie starben im Zeitraum ab Beginn des ZweitenWeltkriegs bis zum 15. April 1946. Hier ruhen Zwangsarbeiter…